German Veterinary Acupuncture Society e.V. (GerVAS)

Positionspapier Tierheilpraktiker

Aus Gründen des Tierschutzes setzt sich die GerVAS dafür ein, dass ausschließlich Tierärzte mit entsprechender Fachkenntnis Tiere akupunktieren sollen.
Positionspapier der GerVAS zum Thema „Tierheilpraktiker und Akupunktur“

Die Vereinigung der Akupunkturtierärzte Deutschlands, GerVAS e.V., hat sich die Förderung der tierärztlichen Akupunktur zum Ziel gesetzt.

Akupunktur ist eine Jahrtausende alte Heilmethode, die durch Stimulation von Akupunkturpunkten Einfluss auf das gesundheitliche Gleichgewicht von Lebewesen nimmt. In der Regel erfolgt diese Stimulation durch Erwärmen der Punkte oder durch Setzen von Nadeln. Die Akupunktur mit Nadeln ist invasiv, d.h. die Nadeln durchdringen die Haut.

Die Anwendung von Akupunktur bei Tieren setzt fundiertes Wissen voraus, um eine korrekte Diagnose zu stellen und eine angemessene Therapie durchzuführen. Gemäß § 1 des deutschen Tierschutzgesetzes steht es in der „Verantwortung des Menschen, dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.“

Bei der kunstgerechten Anwendung der (Tiermedizin und) Akupunktur geht es nicht nur darum, dem einzelnen Tier Schmerzen und Leiden zu ersparen; auch diese tiermedizinische Heilmethode unterliegt dem staatspolitischen Ziel, Tierseuchen und wirtschaftliche Schäden zu vermeiden/ abzuwenden.

Tierärztinnen und Tierärzte verfügen aufgrund ihres Studiums und des anschließend abgelegten Staatsexamens über die erforderlichen umfassenden und nachgewiesenen Kenntnisse; insbesondere nach BTK/ATF und/oder IVAS anerkannter und zertifizierter Weiterbildung in Akupunktur.

Da die Behandlung von Tieren in Deutschland unzureichend geregelt ist, ist eine gewerbliche Ausübung der Tierheilkunde inklusive Akupunktur durch Nichttierärzte (Laien) in Deutschland möglich. Die ungeschützte Berufsbezeichnungen Tierheilpraktiker, Tierakupunkteur etc. kann sich jeder selbst verleihen; d.h. jeder, der Tierheilkunde in Deutschland ausüben will, kann dies ohne nachprüfbare, standardisierte Fachkenntnisse tun.

Diese Situation hat sich in Deutschland inzwischen weder für die Tiere, noch für die Tierärzte oder die Gesamtgesellschaft positiv entwickelt:

  • Der Tierbesitzer ist oftmals nur ungenügend über diese Situation informiert
  • Eine kunstgerechte und qualifizierte Tierbehandlung, die den Regeln moderner Tiermedizin, dem Tierseuchenrecht und der Heilgesetzgebung entspricht, ist nicht sichergestellt
  • Die Einhaltung des Tierschutzgesetzes bei Laienbehandlung ist in Frage zu stellen.